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Die Potenzialanalyse im Prozess der beruflichen Orientierung

Berufliche Orientierung in der Schule

Ziele und Bedeutung der Beruflichen Orientierung

Die Entwicklung von Berufswahlkompetenz ist das Ziel der systematischen, individuellen und praxisnahen beruflichen Orientierung im Land Brandenburg. Der Prozess der beruflichen Orientierung, den die Schüler*innen durchlaufen, wird modellhaft durch vier Phasen beschrieben.

Einstimmen
Erkunden
Entscheiden
Realisieren

Diese reichen vom „Einstimmen“, über das „Erkunden“ und das „Entscheiden“ bis zum „Realisieren“. Die Potenzialanalyse ist in der ersten der vier Phasen, dem „Einstimmen“, angesiedelt. Während der ersten Phase setzen die jungen Menschen sich mit  ihren Interessen, Neigungen und Stärken auseinander und entwickeln eine Motivation, ihre Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen.

Hier setzt die Potenzialanalyse an und gibt den Schüler*innen eine Rückmeldung zu ihren Stärken und Potenzialen. Die Potenzialanalyse besteht aus drei Phasen: In der Vorbereitungsphase werden die Schüler*innen in der Schule auf die Inhalte der Potenzialanalyse eingestimmt sowie die Eltern über das Vorhaben umfassend informiert. Es folgt eine Praxisphase, die in der Regel außerhalb der Schule bei einem Träger stattfindet. Die hier gewonnenen Erkenntnisse werden individuell mit den Schülern*innen ausgewertet und in einer Nachbereitungsphase an der Schule für die weitere Förderplanung der Schüler*innen genutzt. Die Ergebnisse sind Ausgangspunkt für den persönlichen und beruflichen Orientierungsprozess. Als strukturgebendes Arbeitsmittel und zur Dokumentation wird der Berufswahlpass eingesetzt.

Berufliche Orientierung in der Schule 

Ziele und Bedeutung der Beruflichen Orientierung 

Das Ziel der Beruflichen Orientierung in der Schule ist die Vorbereitung der Jugendlichen auf einen gelingenden Übergang in den Beruf und die Entwicklung und Stärkung von Handlungsfähigkeit, die eigene Berufsbiografie aktiv zu gestalten.

Jugendliche sollen ihre Neigungen, Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten erkunden, um daraus eine passende berufliche Perspektive zu entwickeln. Gleichzeitig müssen sie lernen, ihre beruflichen Wünsche strategisch an die aktuellen Gegebenheiten des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes anzupassen9.

Angebote und Maßnahmen 

Dazu benötigen die Jugendlichen neben dem Fachwissen vielfältige Gelegenheiten zur (Selbst-)Reflexion und Auseinandersetzung mit Rollen und stereotypischen Berufsbildern sowie Einblicke in die betriebliche Praxis.

Systematisch aufeinander aufbauende und praxisorientierte Angebote (siehe rechte Spalte) sollen dazu beitragen, Berufswahlkompetenz zu entwickeln und am Ende der Schulzeit eine individuelle und reflektierte Berufsentscheidung zu treffen.

Verknüpfung mit dem Fachunterricht 

Damit die unterschiedlichen Maßnahmen in der Beruflichen Orientierung bestmögliche Wirkung entfalten können, müssen diese miteinander verknüpft und mit dem Fachunterricht verzahnt werden.

Im Rahmenlehrplan wird die Berufliche Orientierung als übergreifendes Querschnittsthema und verpflichtender Bestandteil in allen Unterrichtsfächern verankert und die stärkere Verbindung fachlicher Inhalte der Unterrichtsfächer mit lebensweltbezogenen Aspekten der Berufswahl unterstrichen.

Aufgabe der Schulen 

Für die Schulen leitet sich daraus der Auftrag ab, die Potenzialanalyse und weitere Elemente der Beruflichen Orientierung in ein tragfähiges Gesamtkonzept einzubetten, aufeinander aufzubauen und miteinander zu verzahnen. In Kooperation mit unterschiedlichen Praxispartnern entwickeln Schulen einen Katalog ihrer Angebote und Bausteine zur Beruflichen Orientierung unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Zielgruppe und Schulform.

Integration in den Schulalltag

Ziel ist, die Berufliche Orientierung auf der Bewusstseins-, Verhaltens- und Entscheidungsebene in das Alltagshandeln aller an Schule Beteiligten zu integrieren. 10

Die Berufliche Orientierung in der Schule kann vor allem dann erfolgreich sein, wenn sich alle Mitglieder eines Kollegiums dafür verantwortlich fühlen und jede*r Einzelne erkennt, wie im eigenen Unterricht Berufswahlkompetenz gefördert werden kann und wo fachübergreifende Projekte sinnvoll wären.

Die gegenwärtige Berufsorientierung soll über einmalige Entscheidungen zur Berufsorientierung und Berufsfindung hinaus in die Richtung von aktiver und fortlaufender Gestaltung der Berufsbiografie erweitert werden. 11

Rahmenlehrplan und fachübergreifende Kompetenzentwicklung (siehe auch Verknüpfung mit dem Fachunterricht) 

Der Rahmenlehrplan versteht die Berufliche Orientierung als fachübergreifende Kompetenzentwicklung, die durch Lerngelegenheiten im Fach Wirtschaft-Arbeit-Technik, aber auch in allen anderen Fächern sowie in außerunterrichtlichen Angeboten angeregt und unterstützt werden soll. Hierzu eignen sich zudem Verknüpfungen mit weiteren Themenbereichen, die den Heranwachsenden die unterschiedlichen Dimensionen der Berufswahl und Arbeitswelt aufzeigen, wie

    • Gesundheitsförderung (z. B. gesunde Work-Life-Balance),
    • Nachhaltige Entwicklung / Lernen in globalen Zusammenhängen (z. B. Wandel in der Arbeitswelt hin zu mehr Nachhaltigkeit, Globalisierung),
    • Demokratiebildung (z. B. Interessenvertretung in der Arbeitswelt),
    • Gleichstellung und Gleichberechtigung der Geschlechter (z. B. Chancengerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt) und viele mehr.

 

 

Quellen

[1] https://www.bildungsketten.de/de/1573.php

Angebote der Beruflichen Orientierung

Damit die Potenzialanalyse nachhaltig zur Entwicklung der Berufswahlkompetenz beitragen kann, ist sie in den systematischen Prozess der Beruflichen Orientierung eingebettet. Im Land Brandenburg haben Schulen vielfältige Möglichkeiten, diesen Prozess auszugestalten. Hierfür erhalten sie Unterstützung bei den Partnern der beruflichen Orientierung.

Die folgende Darstellung zeigt beispielhaft die beruflichen Orientierungsmaßnahmen an Gesamt- und Oberschulen im Land Brandenburg (entnommen aus der Landesstrategie für Berufliche Orientierung im Land Brandenburg (2022):

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